Assessor_2.0/SECURITY.md

8.6 KiB

Sicherheitsmodell

Lokale Datenverarbeitung

ASSESSOR besitzt zwei kontrollierte lokale Betriebsarten:

  1. Im empfohlenen Browserbetrieb liefert das lokale Node.js-Backend die React-App und /api/v1 vom selben Ursprung aus. Dateien werden ausschließlich an diesen lokalen Ursprung übertragen und dort verarbeitet.
  2. Im Vite-Entwicklungs- oder optionalen Tauri-Modus bleibt der vorhandene Browserparser als Fallback aktiv.

Es gibt keinen Upload an externe Dienste, keine Telemetrie und keine externen Anwendungs-APIs. Das lokale Backend bindet standardmäßig nur an 127.0.0.1. Eine Freigabe im Firmennetz ist erst mit HTTPS, Authentifizierung und Berechtigungen in Phase 14 zulässig.

CSV, JSON, XML, HTML und Excel werden über dieselbe plattformneutrale Importengine verarbeitet. Im Backend stellt jsdom die lokale HTML-/XML- Dokumentstruktur bereit. Skriptausführung ist nicht aktiviert; aktive HTML-Elemente werden vor der Tabellenauswertung entfernt. Umfangreiche oder tief verschachtelte HTML-Berichte verwenden automatisch eine begrenzte, nicht rekursive Tabellenextraktion. Excel-Formeln werden nicht ausgewertet; verschlüsselte Archive und eingebettete VBA-Projekte werden abgewiesen. Spreadsheet-orientierte CSV-Exporte neutralisieren formelaktive Zellanfänge.

Verweisziele aus Berichten

Berichte führen fachlich notwendige Belegstellen als Verweise mit (Purple Knight: Abschnitt „References"; PingCastle: Dokumentationslisten). Das Attribut href wurde bis zur Freigabe vom 2026-07-26 pauschal entfernt, wodurch diese Belegstellen verlorengingen.

Seither gilt eine engere Regel statt einer pauschalen Entfernung:

  • Erhalten bleibt href ausschließlich an einem Anker und ausschließlich als http:- oder https:-Adresse ohne Leerzeichen, Anführungszeichen oder spitze Klammern.
  • Jedes andere Schema (javascript:, data:, file:, vbscript: und alle weiteren) sowie xlink:href werden weiterhin entfernt und gezählt.
  • Alle übrigen aktiven Attribute (on*, src, srcdoc, action, formaction) und aktiven Elemente werden unverändert entfernt.
  • Der übernommene Wert wird normalisiert neu geschrieben und maskiert; Textinhalt von Zellen mit Verweisen wird ebenfalls maskiert, damit ein Bericht kein eigenes Markup einschleusen kann.
  • Excel führt Verweisziele nicht im Zelltext, sondern als Eigenschaft der Zelle. Sie unterliegen derselben Prüfung. Das Format kennt höchstens ein Ziel je Zelle.
  • Die Darstellung prüft in RichTextValue.safeHref ein zweites Mal und rendert Verweise ausschließlich mit target="_blank" und rel="noopener noreferrer".

Regressionen: tests/importers/html-importer.test.ts (Web-Adresse bleibt, javascript:, data: und file: verschwinden, eingeschleustes Markup wird maskiert), tests/importers/excel-importer.test.ts (Zellverweis wird übernommen, Skriptschema nicht), tests/server/node-import-engine.test.ts (Ereignisattribute fallen weiterhin heraus).

API-Sicherheitsgrenze

  • Alle Endpunkte sind unter /api/v1 versioniert.
  • Browser-App und API werden vom gleichen Ursprung ausgeliefert; der Server setzt keine CORS-Freigabe.
  • Schreibzugriffe verlangen X-Assessor-Request: 1 und weisen fremde Origin-Header ab.
  • Antworten setzen CSP, nosniff, DENY für Frames, no-referrer und eine Same-Origin-Ressourcenrichtlinie.
  • API-Fehler enthalten eine Request-ID, aber keine internen Stacktraces.
  • Das Audit-Log speichert nur Zeitpunkt, Methode, Pfad, Status, Dauer, Request-ID und gegebenenfalls einen Fehlercode, niemals Datei- oder JSON-Inhalte.
  • Quelldateien sind auf 100 MiB begrenzt; Base64-JSON-Anfragen auf 140 MiB und Importstapel auf 50 Dateien. Tabellen-, Zeilen-, Spalten-, Zell-, Markup-, JSON- und ZIP-Grenzen werden vor und nach dem formatspezifischen Parsing geprüft.
  • Der Server verarbeitet Parseraufträge in isolierten Workern mit standardmäßig 30 Sekunden Laufzeit, 512 MiB Old-Generation-Speicher, zwei parallelen Aufträgen sowie einer begrenzten Warteschlange.
  • Dateiendung, deklarierte Größe, Base64-Form und tatsächliche Byteanzahl werden vor dem Parsing geprüft. Große Base64-Zeichenfolgen werden iterativ validiert, damit die API-Prüfung selbst keinen JavaScript-Stacküberlauf erzeugt.

Batchimport-Grenze

Mehrdateiimporte verwenden eine serverseitige Vorschau mit eindeutiger Batch- und Eintrags-ID. Der Abschluss enthält nur die ausgewählten IDs, SHA-256-Werte und Dateimetadaten; das Backend gleicht sie gegen die von ihm selbst geparste Vorschau ab. Geänderte, unbekannte, verdrängte oder nach 15 Minuten beziehungsweise einem Neustart abgelaufene Auswahlen werden vor jeder Persistenz abgewiesen. Der Vorschaucache ist zusätzlich auf 10 Batches und 256 MiB Quelldaten begrenzt.

Maximal 50 Dateien werden pro Vorschau akzeptiert. Jede Datei wird unabhängig verarbeitet, damit ein Parserfehler kontrolliert als einzelne Fehlerzeile erscheint. Erst die bestätigte Auswahl wird in ein kanonisches Modell überführt. Projekt, Assessment, Scan-Lauf, Dateien, Tabellen, Findings, Evidenz, Diagnosen und Fingerprint-Historie werden gemeinsam in einer Repository- beziehungsweise PostgreSQL-Transaktion gespeichert.

SHA-256 wird aus den tatsächlichen Bytes berechnet. Die Datenbank speichert nur Fingerabdruck und Metadaten, nicht noch einmal den Dateiinhalt. Im Browserfallback liegt diese Historie nur im lokalen Browser-Speicher und ist daher keine Mehrbenutzersicherheits- oder Persistenzgarantie.

PostgreSQL-Grenze

Ist ASSESSOR_DATABASE_URL gesetzt, verwendet das Backend PostgreSQL. Ohne URL läuft der ausdrückliche In-Memory-Entwicklungsmodus. Eine konfigurierte, aber nicht erreichbare Datenbank verursacht einen Startfehler; es gibt keinen stillen Fallback mit möglichem Datenverlust.

  • SQL-Werte werden ausschließlich über PostgreSQL-Parameter übergeben.
  • Fremdschlüssel, Checks und Eindeutigkeitsregeln sichern Beziehungen zusätzlich zum kanonischen Modellvalidator.
  • Ein Import verwendet genau eine Poolverbindung und eine Datenbanktransaktion.
  • Die globale Repository-Revision wird FOR UPDATE gesperrt und verhindert das Überschreiben zwischenzeitlicher Änderungen.
  • Migrationen werden per Advisory-Lock serialisiert, transaktional ausgeführt und mit SHA-256-Prüfsumme protokolliert.
  • Bereits angewandte Migrationen dürfen nicht verändert werden.
  • Die Docker-Entwicklungsdatenbank veröffentlicht PostgreSQL nur auf 127.0.0.1.
  • TLS darf nur für lokale Loopback-Ziele deaktiviert werden. Für entfernte Datenbankziele ist TLS standardmäßig erforderlich.
  • Datenbank-URLs und Passwörter werden nicht protokolliert und .env.postgres wird nicht versioniert.

Originaldateien werden aktuell nicht als separate Serverartefakte aufbewahrt. Das kanonische Modell kann eine Quelle ausdrücklich als eingebettet, extern oder nicht aufbewahrt kennzeichnen. Backupdateien benötigen gesonderten Zugriffsschutz und ein in Phase 14 festzulegendes Aufbewahrungs- und Löschkonzept.

Tauri-Grenzen

  • Die Desktop-Capability enthält ausschließlich core:default.
  • Die Produktions-CSP erlaubt keine Verbindung zum Vite-Entwicklungsserver.
  • HTTP-, WebSocket-, Shell- und Dateisystem-Plugins sind nicht aktiviert.
  • Tauri bleibt eine optionale Hülle und enthält keine neue Fachlogik.

Abhängigkeiten

xlsx@0.18.5 bleibt wegen der bestehenden Kompatibilitätsanforderung vorerst gebunden und wird lokal mit deaktivierter Formel- und VBA-Verarbeitung eingesetzt. jsdom wird ausschließlich als lokaler, nicht skriptausführender Markupadapter verwendet. pg@8.22.0 stellt den parametrierten PostgreSQL-Pool bereit. npm audit und npm audit --omit=dev melden im verifizierten Abschlussstand keine bekannten Schwachstellen. Nicht vertrauenswürdige Dateien bleiben unabhängig davon eine Eingabegrenze.

Regressionstests

npm test führt Modul-, Server-, Parser-, API-, Migrations- und Repositorytests sowie tests/local-only-check.mjs aus. Die Architekturprüfung erlaubt fetch nur im gekapselten Same-Origin-API-Client, verhindert fest eingetragene externe Ursprünge, CORS-Freigaben, zusätzliche Netzwerkpfade, externe Assets, erweiterte Tauri-Rechte und Datenbankzugriffe aus React-Modulen.

Der PostgreSQL-Integrationstest verwendet eine ausdrücklich gesetzte ASSESSOR_TEST_DATABASE_URL. Im verifizierten Abschlusslauf wurde eine isolierte PostgreSQL-16-Instanz verwendet. Zusätzlich wurden ein Custom-Format- Backup mit pg_dump, ein Restore in eine getrennte Datenbank und die enthaltene Migrations- und Profildatenstruktur geprüft.

Die verbindlichen Import- und Workergrenzen sowie die geprüften Fehlerfälle sind in docs/IMPORT_SECURITY_LIMITS.md dokumentiert.